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Wir trauern um Hagen Helbig

Völlig überraschend ist unser Hagen im Alter von 65 Jahren verstorben. Ein Nachruf.

Nur ein halbes Jahr war es ihm vergönnt, seinen wohlverdienten Ruhestand zu genießen. Er hatte noch so viel vor: Gerade erst war er in den Verwaltungsrat der Kreissparkasse gewählt worden – ein Engagement, das ihm nach seinem Renteneintritt endlich möglich wurde. Auch der Kreistagsfraktion der Linken offenen Liste wollte er in Zukunft weiterhin fest zur Seite stehen.

Geboren in Leipzig, führte ihn sein Lebens- und Arbeitsweg ins Rhein-Main-Gebiet. Hier fand er seine politische Heimat. Hagen war unermüdlich aktiv: Er engagierte sich in der PDS, war Vorstandsmitglied und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Partei Die Linke im Kreis Groß-Gerau. Ob bei Demonstrationen gegen den Flughafenausbau oder im Kampf für das Nachtflugverbot – Hagen war da. Soziale Ungerechtigkeit konnte ihn regelrecht wütend machen. Er war die Stimme derer, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Besonders der Einsatz für bezahlbaren und geförderten Wohnraum in den Kommunen war für ihn eine Herzensangelegenheit.

Im Jahr 2015 übernahm er den Vorsitz des Ortsverbands der Linken Mörfelden-Walldorf. Er stritt leidenschaftlich für die Abschaffung von Hartz IV und für eine bedarfsdeckende, sanktionsfreie Mindestsicherung. Auch die Integration von Geflüchteten lag ihm zutiefst am Herzen. Arbeit, Ausbildung und eine menschenwürdige Unterbringung waren für ihn dabei die entscheidenden Schritte. Sein soziales Engagement zeigte sich nicht nur in der Parteiarbeit, sondern ebenso spürbar im Vorstand des VdK-Ortsverbands Walldorf.

Wir vermissen seine zupackende Art. Hagen war sich für keine Arbeit zu schade, wenn es darum ging, linke Ideen zu unterstützen und in die Praxis umzusetzen. Gerade in Wahlkampfzeiten war er eine tragende Säule – sei es als Kandidat oder bei der Bewältigung der bürokratischen Hürden bis zur Listeneinreichung. Uns fehlen seine klugen Ideen, insbesondere wenn es um die kommunalen Finanzen ging. Wir vermissen seine uneingeschränkte Solidarität und seine verlässliche Präsenz – gerade dann, wenn es mal schwierig wurde. Er ließ sich nicht entmutigen, er kämpfte für die gute Sache und gegen seine eigenen Krankheiten an.

Wir sind unendlich traurig, dass er uns so früh verlassen musste und wir nicht mehr die Gelegenheit hatten, uns von ihm zu verabschieden.

Wir werden Hagen ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren.

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